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Bernau und die Eisenbahn

Wenn wir heute über die Eisenbahn reden ist es etwas selbstverständliches und gehört in unserer heutigen Zeit dazu . Doch vor ca . 160 Jahren war es etwas besonderes über eine Eisenbahn zu reden ,die den Ort Bernau berühren würde Und Bernau zum Stationsort machen sollte . Wie war die Verkehrssituation damals ? Durch die über Werneuchen und Basdorf führenden Chausseen war die Stadt von jedem Verkehr fast abgeschnitten . Es war natürlich für dir Stadt Bernau eine große Freude , als zuerst im Jahre 1836 die Nachricht von dem Projekte einer Eisenbahn von Berlin nach Stettin hierselbst bekannt wurde . Aber es gab auch Leute , die die Eisenbahnanlage völlig unterschätzten und nur Nachteile für die Stadt befürchteten .Das beste Beispiel ist die Stadt Biesenthal , wo die Bahnführung und der Stationsort außerhalb der Stadt gelegt wurden , weil die damaligen Stadtväter befürchteten die Leute würden ihr Geld in Berlin oder anderswo ausgeben . Doch die Mehrheit in Bernau sah es anders . In alten Akten ist zu lesen , wie namentlich unsere städtischen Behörden unter der eifrigen unermüdlichen Leitung des Bürgermeisters Juncker das Eisenbahnprojekt einstimmig unterstützten . Es heißt in dem einen gemeinschaftlichen Beschluß vom 10 Mai 1839 wörtlich - Beide Collegien waren darin vollständig einverstanden , daß die Ausführung des projektierten Baus einer Eisenbahn zwischen Berlin und Stettin für die hiesige Stadt von großer Wichtigkeit sei , insofern sie nämlich zum Stationsorte gemacht werde , denn durch den Bau der Chausseen von Berlin nach Stettin und von Berlin nach Prenzlau , die man in einer Entfernung von einer Meile zu beiden Seiten der Stadt vorübergeführt habe ,sei ihr , wie bekannt aller Verkehr nach außen hin abgeschnitten und sie lediglich auf sich selbst beschränkt . Das aber habe die Grundstücke , Äcker wie Häuser ganz erstaunlich wertlos gemacht und den Verkehr im Inneren bis zur Evidenz heruntergedrückt und es scheine darnach die höchste Pflicht des städtischen Behörden jedwede Gelegenheit zu ergreifen , durch welche die Hebung der Stadt nur irgend möglich gemacht werden könne . Und die Stadt hat Wort gehalten und das Bahnprojekt jederzeit auch finanziell unterstützt . In einem Dankschreiben des Eisenbahnkomitees an die Stadt vom 7. November 1839 heißt es - Zugleich fühlen wir uns gedrungen , Ihnen (Magistrat) und dem verehrten Stadtverordnetencollegium Ihrer Stadt unsere Freude und unseren Dank auszusprechen , daß Sie beiderseits in so richtiger Würdigung der hohen Wichtigkeit dieses Unternehmens so kräftige Stützen und Begründer derselben werden und darin den übrigen Städten mit so würdigem Beispiel vorangehen . Die geometrischen Vorarbeiten begannen bereits im Jahre 1836 . Es war ursprünglich zweifelhaft , ob die Bahn südöstlich , oder nordwestlich von der Stadt vorübergehen werde. Das letzte Projekt der Bahn hinter dem Mühlenberge in der Gegend des Bauplatzes vorbei zuführen soll sich teils durch Terrainschwierigkeiten , teils dadurch zerschlagen haben , weil die Stadt Biesenthal nicht das geringste Entgegenkommen gezeigt haben soll.

Horst Werner

Heimatverein der Hussitenstadt Bernau e V .