Gas, Licht und Wasserversorgung der Stadt Bernau 

Gasometer Das Gasometer...

An der Ecke Berliner Straße zur Lohmühlentraße, gegenüber der alten Tankstelle, wurde 1867ein Gaswerk gebaut. Das damalige Gasometer hatte ein Fassungsvermögen von 12Tausend Kubikfuß, eine Höhe von 9,4 Meter und einen Durchmesser von 10,24 Meter. Es war ein respektables Bauwerk und kostete 28400 Thaler und später dann doch noch 36000 Thaler.

Das "blaue Wunder", heute ein Technisches Baudenkmal, wurde 1928/29 als Scheibengasbehälter konstruiert und an der Stelle des alten Gasometers gebaut. Der Gaskessel besteht aus einem 20 Meter hohen genieteten Stahlkessel, hat einen Durchmesser von 12 Metern und ist auf einem Ringfundament aus Beton gelagert. Der Einstieg zur täglichen Wartung der Scheiben und Regulierung der Gasbewegung im Kessel erfolgt von oben. Zur Durchführung dieser Arbeiten ist im Innern des Kessels in der Mitte ein Fahrstuhl angebracht. Die Konstruktion der Scheibengasbehälter bildete gegenüber den herkömmlichen Glockengasbehälter einen technischen Fortschritt. In Berlin gab es zu dieser Zeit derartige Behälter bereits mit 10 000m³ und mehr Rauminhalt. Die Firma Pinsch-Bramag hat nun in Bernau als ersten Versuch für kleinere Gaswerke einen Behälter mit 2000m³ Fassungsvermögen gebaut. Der Gasometer war bis zum Jahre 1966 in Funktion. 1992 wurde der Kessel restauriert und erhielt seinen blauen Anstrich.
Der Wasserturm...

Die erste Wasserleitung wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gelegt. Der Bau der Kanalisation folgte ein paar Jahre später. Zur Wasserversorgung und zur Stabilisierung des Wasserdruckes, wurde auch der Wasserturm am Sportplatz beim Mühlenberg, als höchster Erhebung Bernaus, 1911 gebaut. Der Turm ist einer der weithin sichtbarsten Bauwerke der Stadt Bernau und ein technisches Denkmal. Der auf einem 3 Meter tiefen Stufenfundament errichtete Turm ist 44 Meter hoch. Im Innern befindet sich ein eingebauter Hochbehälter aus genietetem Stahl mit einer Höhe von 8 Metern, welcher selbst auf einem Mauerwulst gelagert ist. Am obereb Rand des Behälters ist ein Umlauf eingebaut. Neogotische Bauelemente, entsprechend der Bauzeit, sind vor allem in Eingangsbereich zu erkennen.

Stadtbeleuchtung...

Wer kennt ihn heute noch, den Mann mit der Stange, der auch noch einige Jahre nach dem II. Weltkrieg für gutes Sehen auf dem Pflaster der Stadt sorgte? Es begann mit einer Öllampe in Bernau, welche 1847 am Steintor hing. Sechs Jahre später bekam das Rathaus und der Platz davor ein paar Öllampen. Dann bekam die Berliner Straße einige Lampen und 1856 waren es somit schon 22 Laternen, die ab 23 Uhr die Straßen erleuchteten. Zwei Jahre nach dem Bau des ersten Gasometers in Bernau, am 14. April 1868, wurde ein kleines funktionsfähiges Netz mit 76 Gaslaternen den Stadtvätern übergeben. 1886 waren es schon 115 und in den 90er Jahren des Jahrhunderts schon 123 Gaslaternen.