Das Henkerhaus
Zu den drei Raben am Henkerhaus: (ein Vers zur Einleitung...)
Was tun die drei am Henkerhaus?
Die sehen ja zum Fürchten aus!
Klingt schon die Arme-Sünder-Glocke?
Dicht eingehüllt im schwarzen Rocke,
Den Kopf vergraben im Genick
Und mitleidlos den starren Blick,
Die Schnäbel hart und stark und lang
Und messerscharf der spitze Fang
So warten sie, wie man sich denkt,
Bis ein Bernauer wird gehenkt.
Um 1400 war das so.
Da fütterte man die Raben so.
Und heute sind wir doch recht froh,
daß wir das nicht mehr nötig haben.
Drum trösten uns Bernauer soll´s:
Die dreie sind ja nur aus Holz!
Henkerhaus Henkerhaus
Seit Jahrhunderten steht die Bernauer Scharfrichterei an der gleichen Stelle der Stadtmauer, die die Rückwand des Gebäudes bildet. Das Henkerhaus hatte keine Hausnummer.
Das jetzige Haus ist etwa 270 Jahre alt und wurde auf den Grundmauern des vorigen errichtet. Das Amt des Scharfrichters (Henker) konnte käuflich erworben werden und war vererbbar. Der Henker hat die Urteile der Gerichte vollzogen. So bezahlte Ende des 18. Jahrhunderts ein gewisser Kaufmann für dieses Gewerbe ca. 3700 Taler.
Waschspüle
Waschspüle in den zwanziger Jahren ...
Waschspüle
Hinrichtungsstätten waren der Galgenberg, die Waschspüle und der Marktplatz. Am Galgenberg steht heute eine Schule und an der Waschspüle befindet sich heute ein Planschbecken. Zum Scharfrichteramt gehörte, laut Verfügung des Königs, auch die Abdeckerei für ein Landbezirk von 40 Gemeinden und fünf Städten im Barnim.

Waschspüle
wurde 1936 zugeschüttet
Die unmittelbar an der Pumpe am Haus stehende Steine sind Prellsteine gewesen. Solche Steine und ähnliche zierten in der Vergangenheit die Hausecken oder Toreinfahrten um selbige vor der Kollision mit den Rädern der Bauerwagen zu schützen. Sie gehörten zu den Einrichtungen der vielen Bauernwirtschaften innerhalb des Landstädtchens Bernau. Laut Volkszählung 1890 haben in diesem Hause noch 16 Personen gewohnt. Eine Wasserleitung gab es erst seit 1911 und eine Kanalisation seit 1929. Seit 1976 ist das Gebäude eine museale Einrichtung und beherbergt einen Teil der Ausstellungsstücke des Heimatmuseums Bernau und präsentiert Werkzeuge seiner ehemaligen Hausherren, unter anderem das Richtschwert aus dem 16. Jahrhundert und einen Schandstein für zanksüchtige Weiber. Besichtigt werden können aber auch die originalgetreu wiederhergestellte Schwarze Küche und ein bürgerliches Wohnzimmer mit Mobiliar vom Ende des vergangenen Jahrhunderts.
Öffnungszeiten:
dienstags - freitags von 9.00 - 12.00 und 13.00 - 17.00 Uhr 
samstags - sonntags von 10.00 - 13.00 und 14.00 - 17.00 Uhr
Anmeldungen für Führungen unter: 0 33 38 / 56 14