Das Kantorhaus 

Das Kantorhaus ist das älteste noch erhaltene Fachwerkhaus in Bernau. Es wurde 1582 in der Tuchmachergasse, der heutigen Tuchmacherstraße erbaut. Es ist das einzige Fachwerkhaus unserer Stadt, das im Rahmen zwischen der 1. und 2. Etage eine ausgestemmte Inschrift aufweist. Sie lautet:
"Anno Domini 1582 sind diese Buden der Kirche zum Besten frei erbeten von r. Johann Pipern und anno 1583 von ihm und Mathias Henzen und Lorentz Koggen als Kastenherren Gott zu Ehren erbaut worden. Amen."

Kantorhaus

Im alten Bernauer Lagerbuch von 1719 wird dieses Haus noch als "drei Censitenbuden" bezeichnet. Tatsächlich befanden sich unter dem gemeinsamen Dach des Kantorhauses drei kleine Häuser. In späteren Jahren waren es nur noch zwei, wie die beiden Haustüren zeigen. Der kulturhistorische Wert des Hauses besteht unter anderem auch in der an der Rückfront sichtbaren Ständerbauweise, von der es nur noch ganz wenige gibt.

Kantorhaus

Zu Lebzeiten unseres Stadtchronisten Wernicke wurde das Gebäude vom Kantor und einem weiteren Mieter bewohnt. Zum Hause gehörten zwei Höfe, zwei bis zur Stadtmauer reichende Gärten und drei Stallgebäude. Im 18. Jahrhundert führte das Gebäude den Namen "Cantor- und Organistenhaus". Der einzige Organist, der je darin gewohnt hat, war der Organist Jahn, der 1837 starb. Von da ab vermietete der jeweilige Organist die ihm zustehende Wohnung. Der eine Teil war früher auch Kantor- respektive Organisten-Witwenhaus. Später 1818-1878 wohnte Kantor George in beiden Teilen des Hauses und damals wurde der Kantor- und Organistenstelle eine Dienstwohnung nicht mehr gewährt.