St.-Marien-Kirche
Zur Einleitung:

Friedrich  Wilhelm IV. bei einer Besichtigung:

"Ich wünsche wohl, diesen großartigen
Bau in meiner Residenz zu haben.
"

Blick auf Sankt Marien
Die St.-Marien-Kirche, früher auch St.-Katharinen-Kirche genannt, steht auf dem Kirchplatz an der Mühlenstraße, und ist im gotischen Stil erbaut. Sie ist eine der schönsten und größten Kirchen der Mark. Für Musik und Gesang ist die Kirche vorzüglich geeignet.

Über Ursprung und Alter der Kirche sind bestimmte Nachrichten nicht vorhanden. Nach dem Chronisten Seiler soll die Kirche im Jahre 1141 gegründet worden sein, jedoch ist mit weit größerer Sicherheit der Ursprung erst aus dem 13. Jahrhundert herzuleiten. Der frühere Doppelturm war 1490 vollendet. Der neue einfache Turm (begonnen 1839, vollendet 1845) steht ziemlich auf der gleichen Stelle. Während der frühere mächtige und breite Turm, der zwei Turmhauben besaß, mit dem großen Kirchenschiff bezüglich der Abmessungen harmonierte und eine Zierde war, kann man dieses von dem neuen Turm leider nicht behaupten, denn er ist zu winzig und niedrig. Außerdem müßte die Turmhaube eine viel schlankere Form und den passenden Stil haben. Der Turm ist verbaut, man hat von demselben nirgends eine gute Aussicht; auch kann der Schall der Glocken nicht so frei heraus, wie es beim alten Turm der Fall war. Infolge Baufälligkeit des Gemäuers mußte der frühere mächtige Turm 1838 leider abgebrochen werden. Der Erbauer des jetzigen Turmes hat sich keinen Ruhm erworben. Wenn an dem Werk etwas zu loben ist, so ist es die gute handwerkliche Arbeit. Die Länge des Baues beträgt 54,4 Meter, die Breite 30 Meter, die Fläche 1590 Quadratmeter. 3000 Menschen finden dort bequem drin Platz. Die Höhe zum Dachfirst beträgt 33 Meter Der Turm mißt bis zum Dach 40 Meter, einschließlich Spitze, Kopf und Kreuz 57,4 Meter. Allein das mächtige 3600 Quadratmeter große Dach zu Decken, hat gleich nach dem ersten Weltkrieg 88000 Mark gekostet.

St.Marien war über Jahrhunderte der geistige Mittelpunkt der Stadt. Der Bau wirkt im Innern durch seine Dimensionen sehr erhebend: frei stehende Pfeiler und reich ausgestattete Deckengewölbe; Kreuzgewölbe im Chor, einfaches Sterngewölbe in den Nordschiffen und ein einzigartiges spätgotisches Netzgewölbe im Südschiff. Das Gestühl ist reich verziert. Es gibt Malereien auf den Holzbekleidungen der Chöre, Bilder an den Seitenwänden und anden kleinen Altären und eine riesige Bildtafel am Hochaltar aus der Malerschule des Lucas Chranach. Er gehört zu den kostbarsten Altären Norddeutschlands. Im Mittelalter waren die Wände bemalt, die heute historisch gewordenen Seitenaltäre prunkhaft ausgestattet.