Die Wehranlagen
Bernau, als Handels- und Kirchenstadt war militärisch gesehen weniger bedeutungsvoll. Als Kreuzungspunkt wichtiger Straßen von West und Süd nach Norden ergab sich die Notwendigkeit der Sicherung des Schnittpunktes und der Verriegelung der Straßen. Spätestens zum Jahre 1300 wurde die Stadtbefestigung mit Wall, Graben und Bodenpallisaden errichtet. Tore und Wachtürme kamen etwas später hinzu. Die eigentliche Stadtmauer wurde um etwa 1380 fertiggestellt. Dazu wurden 12000 m² Steinmaterial aus näherer und weiterer Umgebung verwendet. Damit verfolgte man zwei Ziele: 1. Schutz der Stadt und 2. die Urbarmachung des Landes. Wallanlagen
Wallanlagen

Blick auf Wallanlagen

Auf der Sumpfseite der Stadt war die Mauer schwach, der Wall einfach und es wurde nur ein einfacher Graben errichtet. Auf der Landseite aber, gab es eine starke Mauer, dreifache Wälle und Wassergräben. Die Stadtmauer hatte eine Länge von 1,5 Kilometer, eine Höhe von 8 Meter und eine Dicke von 1,5 Meter unten und 0,8 Meter oben. Das Fundament hat eine Tiefe von 1,5 Meter. Die Mauerkrone ist aus Backstein, hat jedoch keinen Wehrgang.
Es gab 42 Mauertürme, auch Lughäuser genannt. Im Inneren gab es eine Steintreppe über zwei Balkenböden. Jedes der Lughäuser ist mit Schießscharten ausgestattet. Im Vorfeld der Mauer waren grasbewachsene Wälle und Gräben. Einen Weg an der Aussenseite der Mauer und auf den Wällen gab es nicht. Von der Sohle der Wälle bis zur Mauerkrone betrug der Höhenunterschied 14 Meter. Jeder der Wälle hat einen Namen wie Hoher Wall, Kirchhofswall, Jungfernwall, Schützenwall, Mauerwall und Berliner Wall.
1598 wurden die Wälle am Mühlentor abgetragen und der Alte Friedhof angelegt, wo später auch die Pesttoten in Massengräber verscharrt wurden. 1848 begann die eigentliche Abtragung der Wälle und das Anlegen von Promenadenwegen. Die heutige Parkanlage hinter dem Pulverturm ist kein Ergebnis von Abtragungen. Dort, zwischen Mühlen- und Berliner Tor, war ein Platz vorgesehen zum Sammeln von Vieh...